Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

„Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“: Die Situation verschärft sich: Pflegekräfte sind unterbezahlt und wandern aus der Branche ab. Der Bedarf an Pflegeplätzen steigt rapide. Familien sind überfordert und die professionelle Qualität in Heimen lässt stellenweise schwer zu wünschen übrig. Pflege-Skandale am laufenden Band.

Das Thema Pflege ist schwer zu fassen: Das Gesundheitsministerium sieht den medizinischen Bedarf, das Sozialministerium sieht das familiäre und gesellschaftliche Problem. Das Wirtschaftsministerium will Wege finden für ein Miteinander von Arbeit und häuslichen Pflegeaufgaben von Beschäftigten.

Die Politik ist sich über den Regulierungsbedarf nicht einig: Pflegekammern z.B. sind umstritten. Wohlfahrtsverbände und Pflegeheimketten sind marktbeherrschend. Bis vor einigen Jahren liess man Pflegeschüler für die Ausbildung sogar noch bezahlen. Beklagt wird auch der enorme Bürokratismus auf Station. Entlastung und mehr Zeit für die Pflegebedürftigen statt Papierkram! So ist hier zu hören.

Das Zauberwort ist jetzt: Häusliche Pflege: Arbeiter und Angestellte sollen flexibler werden, um zu Hause Pflegedienste zu leisten. Meist stehen Frauen in dieser Zwickmühle. Gefordert wird deshalb eine sogenannte : „Generationenübergreifende familienfreundliche Arbeitswelt“. Im „Pflegepakt Bayern“ organisiert man Hilfe zur Selbsthilfe.

Betriebliche Konzepte, die Facharbeiter mit familien- und pflegefreundlichen Arbeitsmodellen locken, werden erforscht. Insbesondere auf junge Mitarbeiter kommt ein neuer Spagat zu: Erfolgreich sein am Arbeitsplatz zwischen Kinderbetreuung und Pflegeaufgaben.