Oktoberfest Rotes Kreuz im Wiesn-Einsatz , © Foto: Marion Vogel

BRK fordert mehr Personal in Notaufnahmen

Zu 1,2 Millionen Einsätzen musste das Bayerische Rote Kreuz im vergangenen Jahr ausrücken. Und die Einsatzstrecken werden immer länger – eine Folge des Kliniksterbens und von Engpässen in den Notaufnahmen.

 

 

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) beklagt Engpässe in den Notaufnahmen der Kliniken und fordert an diesen Stellen eine bessere Personalausstattung. «Es passiert vermehrt, dass Patienten abgewiesen werden und der Rettungsdienst deshalb zur nächsten Klinik weiter fahren muss», sagte BRK-Geschäftsführer Leonhard Stärk am Dienstag in Kempten. Die längeren Transportwege, die auch Folgen des Kliniksterbens im Land seien, würden die Hilfsorganisationen personell und finanziell belasten.

 

 

 

 

 

Der Rettungsdienst des BRK musste im vergangenen Jahr zu 1,2 Millionen Einsätzen ausrücken. «Seit Jahren geht die Zahl der Einsätze und der gefahrenen Kilometer kontinuierlich nach oben», sagte Stärk. Da die Personalstellen jedoch beinahe gleich geblieben seien, führe dies zu einer höheren Belastung für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter. Dabei spiele auch die Zunahme von Gewalt gegen Rettungskräfte und die steigende Zahl an unnötigen Alarmierungen eine große Rolle. «Immer häufiger werden unsere Retter für Bagatell-Beschwerden gerufen, für die früher noch der Nachbar zuständig war. Das belastet das System ohne Not.»

 

 

Die Spitzenvertreter der fast 5000 hauptamtlichen und gut 7000 ehrenamtlichen Retter des BRK beschäftigen sich noch bis Mittwoch bei ihrer Tagung in Kempten mit dem Thema «Rettungsdienst im Wandel». Laut Stärk bildet das neue Berufsbild des Notfallsanitäters und seine Auswirkungen in der Praxis einen Schwerpunkt der Tagung. Bayernweit müssen aufgrund einer Gesetzesänderung 1200 bis 1600 Rettungsassistenten weiterqualifiziert werden.

 

 

Weil sowohl die Anforderungen an die Qualifikation als auch die Leistungsverdichtung zunehmen, befürchtet Stärk, dass die Zahl der Ehrenamtlichen in den nächsten Jahren abnimmt. «Sind wir im Rettungsdienst nur noch hauptamtlich aktiv, wird das System in Bayern rund 30 Millionen Euro teurer.»

 

mm/dpa